Konjunktur-Zyklus – Phasen nicht immer in idealtypischer Reihenfolge

Konjunktur bezeichnet die wirtschaftliche Entwicklung, wobei einzelne Phasen den schwankenden Verlauf des Wirtschaftswachstums deutlich machen. Mithilfe von Konjunkturindikatoren können die Phasen von einem Konjunktur-Zyklus charakterisiert werden. Konjunkturelle Schwankungen entstehen als Folge des Versuches des Marktes das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage herzustellen.

Konjunktur-Zyklus – als wellenförmig verlaufende Kurve

Die Konjunktur folgt in der Realität nur bedingt gewissen Gesetzmäßigkeiten, veranschaulichen lässt sie sich durch eine wellenförmig verlaufende Kurve. Diese Kurve trägt die Bezeichnung Konjunktur-Zyklus. Eine kontinuierlich verlaufende Linie würde auf eine Wirtschaft verweisen, die immer konstant wächst. Ein Konjunktur-Zyklus (Aufschwung, Hochkonjunktur/Boom, Rezession, Depression) muss in seinen Phasen nicht unbedingt in dieser typischen Reihenfolge auftreten. Außerdem kann die Dauer der Phasen ganz unterschiedlich sein. Die Phase Aufschwung zeichnet ein Zunehmen der Auslastung vorhandener Kapazitäten aus. Die steigende Konsumentenstimmung führt zur Erhöhung der Nachfrage. Arbeitslosenquoten verringern sich kontinuierlich.

In der Boom-Phase erreicht die Produktionskapazität ihr Limit. Die hohe Nachfrage führt zur Verteuerung von Gütern. Trotz Vollbeschäftigung kippt die allgemein überschwängliche Stimmung langsam, auch wegen hoher Preise und großer Produktionskapazitäten. Zur Rezession kommt es, wenn Konsumenten verunsichert sind. Einer weiteren Nachfrage stehen hohe Preise entgegen. Unternehmen reduzieren Produktionskapazitäten. Investitionen werden gestoppt oder bleiben aus. Kurzarbeit Arbeitslosigkeit verstärken sich. Die Phase der wirtschaftlichen Depression kennzeichnet eine schwache Nachfrage. Das Gesundschrumpfen geht mit dem Abbau von Überkapazitäten und Zahlreichen Firmenpleiten einher. Die einzelnen Phasen des Konjunktur-Zyklus lassen sich nicht nur in Worte, sondern auch in Zahlen fassen. Dabei helfen sogenannte Konjunkturindikatoren.

Was sind Konjunkturindikatoren

Als Konjunkturindikatoren gelten Merkmale, mit denen sich der Konjunktur-Zyklus in seinen einzelnen Phasen charakterisieren lässt. Bekannte Konjunkturindikatoren sind Konsumverhalten der Verbraucher, Investitionen von Unternehmen, Entwicklung der Zinsen und Wechselkursentwicklung. Als weitere wichtige Indikatoren gelten Entwicklung der Aktienkurse, Entwicklung von Außenhandel und Wareneinfuhr sowie die Entwicklung der offenen Stellen Einige Konjunkturindikatoren wie Wechselkurse oder betriebliches Investitionsverhalten zeigen die konjunkturelle Entwicklung im Voraus an. Andere treten mit einer zeitlichen Verzögerung (Zinsentwicklung, Arbeitslosenquote9 auf. Schließlich gibt es einige gleich laufende Indikatoren, beispielsweise die Auslastung von Produktionsanlagen.

Konjunktur-Zyklus – Ursachen von konjunkturellen Schwankungen

Der freie Markt (beziehungsweise Käufer/Verkäufer) ist ständig bestrebt Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht zu bringen. Die Wirtschaft muss sich ständig den neuen Gegebenheiten

anpassen und versuchen ein Gleichgewicht herzustellen. Preis und Produktionsmenge sind dabei wichtige regulierende Faktoren. Schwankungen der Wirtschaftsentwicklung entstehen durch die ununterbrochen auftretenden Änderungen (Produktentwicklung, Verbraucherverhalten, Gesetze), was letztlich als Konjunktur bezeichnet wird. Unvorhersehbare Ereignisse wie beispielsweise die Zahlungsunfähigkeit eines Landes, starker Ölpreisanstieg oder Krieg können eine ökonomische Krise mit Folgen für Weltwirtschaft auslösen. Für konjunkturelle Schwankungen sind auch psychologische Faktoren verantwortlich. Bei unsicheren Zukunftsaussichten (Kriegsgefahr, Politik- und Regierungswechsel) kaufen Verbraucher weniger, Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück.

Fazit: Der Konjunktur-Zyklus wird oft als Standarddarstellung, eine wellenförmig verlaufende Kurve von mehreren definierten Phasen, betrachtet. Bis auf die Ausnahme 2009 (Nulllinie wurde unterschritten) führte keine Wirtschaftskrise (Rezession, Depression) zu einem negativen Wirtschaftswachstum. Konjunkturelle Schwankungen beziehungsweise Phasen der Konjunktur lassen sich durch eine Reihe wichtiger Konjunkturindikatoren deutlich machen.

 

 

 

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