Europäische Versicherungsnummer – Rechte und Pflichten fachmännisch erklärt

Jeder Bürger Deutschlands erhält mit seiner Geburt eine Versicherungsnummer zugeteilt. Sobald Sie erstmals eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, erhalten Sie auf Antrag eine lebenslang gleich bleibende (europäische) Versicherungsnummer. In der Europäischen Union wird in zahlreichen Fällen anstelle von Harmonisierung auf Koordinierung gesetzt. Das gilt auch für den Bereich der Sozialversicherung, eingeschlossen Renten- und Krankenversicherung…. von Thomas Detlef Bär

(Europäische) Versicherungsnummer – keine einheitliche Vergabe

Eine europäische Versicherungsnummer im Bereich Sozialversicherung (Renten- und Krankenversicherung) mit universeller Einsetzbarkeit und Gültigkeit gibt es für die Europäische Union nicht. Grundsätzlich werden Sozialversicherungsnummern in allen Ländern mit funktionierenden Sozialversicherungssystemen verwendet. Aufbau und Verwendungszwecke der Nummern unterscheiden sich allerdings voneinander. Während es in Deutschland beispielsweise jeweils eine Sozialversicherungsnummer und eine Steuernummer gibt, ist in Italien die Steuer-ID TIN (Tax-Identification-Number) gleichzeitig auch die Sozialversicherungsnummer.

EU Versicherungssnummer nicht gleich

Für die europäischen Sozialversicherungssysteme wird anstelle von Harmonisierung auf Koordinierung gesetzt. Nationale Regelungen haben immer Vorrang vor Gemeinschaftsbestimmungen. Durch die Gemeinschaftsbestimmungen werden Sie als Arbeitnehmer und Arbeitnehmer geschützt, falls Sie Ihre Erwerbstätigkeit in mehreren Ländern ausüben. Auch wenn Sie beispielsweise in vier oder fünf Mitgliedstaaten zur gleichen Zeit beschäftigt sind, gelten immer nur die Rechtsvorschriften des jeweiligen Staates, bei dem Sie Ihren Hauptwohnsitz angemeldet haben und einer abhängigen Beschäftigung nachgehen.

Generell gilt in der EU, dass Sie als Arbeitnehmer und Selbstständiger in dem Staat versichert sind, indem Sie Ihre Erwerbstätigkeit ausüben. Nur im Ausnahmefall müssen Sie sich jedoch eine zweite Versicherungsnummer besorgen. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn Sie gleichzeitig als Arbeitnehmer und als Selbstständiger in zwei unterschiedlichen Mitgliedstaaten erwerbstätig sind. Hier kann eine doppelte Versicherungspflicht eintreten.

Rente ist sicher

Rentenversicherungsnummer wird einmalig und dauerhaft vergeben

Eine Rentenversicherungsnummer müssen Sie spätestens dann beantragen, wenn Sie eine abhängige Beschäftigung aufnehmen. Die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung müssen Sie zudem immer anzeigen. Schwarzarbeit steht generell unter Strafe. Eine Rentenversicherungsnummer ist in Deutschland außerdem zwingend notwendig, damit Sie später die Auszahlung einer Altersrente erhalten. Sobald Sie mit der gesetzlichen Rentenversicherung in Kontakt treten möchten, geben Sie dazu immer Ihre Rentenversicherungsnummer an. Die in der Regel nur einmal vergebene Rentenversicherungsnummer enthält Ihr Geburtsdatum, erlaubt zu allen Zeiten ein einwandfreies Identifizieren.

Steuer- und Rentenversicherungsnummer sind zwei unterschiedliche Dinge. Das sehen Sie bereits daran, dass in der Steuer-Identifikationsnummer Ihr Geburtsdatum nicht angegeben ist. Die Rentenversicherungsnummer wird von der Einzugsstelle der Sozialversicherungsbeiträge und spätere Rentenzahlungen benötigt. Die Steuernummer braucht das Finanzamt, um für Sie Steuern (Lohn-, Einkommenssteuer) zu erheben.

Wenn Sie in Deutschland ein Versicherungskonto in der gesetzlichen Rentenversicherung führen, sind Sie auch im Besitz einer deutschen Steuer-Identifikationsnummer. Umgekehrt muss das nicht der Fall sein. Steuern zahlen können Sie beispielsweise als Freiberufler oder Selbstständiger auch ohne Versicherungsnummer. Einfach ist es inzwischen, überall in Europa Leistungen der einheimischen Krankenversicherung zu erhalten. Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung sind Sie im Besitz einer europäischen Krankenversicherungskarte European-Health-Insurance-Card (EHIC). Die EHIC-Karte ist Ihre normale Krankenversicherungskarte mit Versicherungsnummer, deren Rückseite die notwendigen Angaben für einen Auslandseinsatz aufweist.

Steuererklärung wird einfacher

Zettelwirtschaft wird durch zeitsparendes Verfahren ersetzt

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Die Abgabe der Einkommensteuererklärung lohnt sich in den meisten Fällen – und ist nun deutlich einfacher geworden. Foto: djd/Bayerisches Landesamt für Steuern

Steuergesetze und Vorschriften verändern sich stetig, sodass viele Bundesbürger das Gefühl haben, immer mehr Zeit und Unterlagen für die Steuererklärung zu benötigen. Doch die lästige Zettelwirtschaft wird überflüssig, denn seit kurzem kann unter elster.de/Belegabruf die „vorausgefüllte Steuererklärung“ genutzt werden. Dies ist ein neuer Service der Finanzverwaltung, der die Erstellung der Steuererklärung erleichtert.

Vereinfachte Steuererklärung spart Zeit

Die Einkommensteuererklärung wird damit deutlich einfacher, denn bei der Steuerverwaltung sind viele anzugebende Daten zur Person durch den Arbeitgeber oder durch Versicherungen bereits vorhanden und können dank des neuen Services nun elektronisch abgerufen werden. Hierbei stehen dem Steuerzahler beispielsweise Lohnbescheinigungen des Arbeitgebers, Mitteilungen über Rentenzahlungen oder Nachweise über Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung zur Verfügung. Auch Aufwendungen für die Altersvorsorge sind elektronisch erfasst, beispielsweise Einzahlungen in Riester- und Rürup-Verträge. Ohne großen Aufwand kann der neue Service der Finanzverwaltung genutzt werden. Der Nutzen für den Steuerzahler: Der zeitliche Aufwand, der für das Suchen von zahlreichen Belegen in der Regel nötig ist, sinkt deutlich. Ein weiterer Vorteil ist, dass Eingabefehler vermieden werden, da die abrufbaren Daten per Mausklick eins zu eins in die Steuererklärung übertragen werden.

Auch an die Sicherheit wurde gedacht

Seit Anfang 2014 erleichtert die "vorausgefüllte Steuererklärung" die Erstellung der persönlichen Einkommensteuererklärung über ELSTER. Foto: djd/Bayerisches Landesamt für Steuern

Seit Anfang 2014 erleichtert die „vorausgefüllte Steuererklärung“ die Erstellung der persönlichen Einkommensteuererklärung über ELSTER.
Foto: djd/Bayerisches Landesamt für Steuern

Um den neuen Service der Finanzverwaltung nutzen zu können, muss sich der Steuerzahler mit der persönlichen Identifikationsnummer, die jedem Bundesbürger zugesendet wurde, sowie der Anmeldung zum Belegabruf kostenlos und einmalig im ElsterOnline-Portal registrieren. Nach der Eingabe der Identifikationsnummer und der Aktivierungs-ID erhält der Betroffene ein Softwarezertifikat und kann eine eigene PIN vergeben. Im Anschluss ist lediglich die Anmeldung zum Belegabruf erforderlich. Unter elster.de/Belegabruf sind im Bereich Downloads die einzelnen Schritte über praktische Videoanleitungen zudem verständlich erklärt.

Die Daten können täglich rund um die Uhr abgerufen werden. Dies ist selbstverständlich auch mehrfach möglich. Doch über ELSTER ist nicht nur die Steuererklärung inklusive des Belegabrufs möglich, sondern es können noch weitere Erklärungen abgegeben werden, beispielsweise:

– Anmeldungen der Lohnsteuer

– Voranmeldungen der Umsatzsteuer

– Körperschaftsteuererklärungen

– Anmeldungen der Kapitalertragssteuer

 

TIPP:  Vergleichen Sie gesetzliche Krankenkassen und finden Sie den besten Versicherungsschutz für sich und Ihre Familie.

Als Kleinunternehmer anmelden

Viggo Mortensen

Alessio Trerotoli via Compfight

Als Kleinunternehmer von vereinfachten Buchführungspflichten profitieren

Die Gewerbeordnung in Deutschland besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Regelungen. Geregelt ist, wann Sie ein Gewerbe anmelden müssen und bei welchen Tätigkeiten Sie als Freiberufler angesehen werden. Im Einkommensteuergesetz werden Berufe genannt, die für einen Freiberufler infrage kommen. Alle weiteren Tätigkeiten müssen als Gewerbetätigkeit angezeigt werden. Sie können sich als Kleinunternehmer anmelden, egal ob Sie als Freiberufler als auch als Gewerbetreibender tätig sein wollen. Gemäß der Einkommensteuergesetzgebung müssen Sie als Kleinunternehmer Rechnungsbeträge im Sinne des Umsatzsteuergesetzes erstellen. Das bedeutet für Sie, dass Sie keine Umsatzsteuer ausweisen dürfen, da Sie in einem solchen Fall zum Schuldner des Finanzamtes werden. Weisen Sie immer darauf hin, dass Sie Rechnungen als Kleinunternehmer stellen.


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Selbstständigkeit beim Finanzamt anzeigen

Wenn Sie Ihr Gewerbe anmelden, müssen Sie einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen. Hier ist insbesondere der zu erwartende Umsatz des Kalenderjahres einzutragen. Bei bestimmten Umsatzgrenzen (im Jahr der Gründung 17.500 Euro, nachfolgendes Jahr 50.000 Euro/Stand 2012) sind Sie automatisch einKleinunternehmer. Wenn Sie die sogenannte Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch nehmen wollen, vermerken Sie das auf dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. An diese Entscheidung sind Sie ist fünf Jahre gebunden. Bei geringen Umsätzen lohnt sich die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung. Sie sind von der Verpflichtung befreit, Ihre monatlichen Umsätze mit der Umsatzsteuer zu verrechnen. Außerdem entfällt die doppelte Buchführung, eine einfache Einnahmenüberschussrechnung fügen Sie der Steuererklärung bei. Auf Ihren Rechnungen wird stets der volle Rechnungsbetrag ohne Ausweis der Umsatzsteuer ausgewiesen. Von Ihnen gezahlte Umsatzsteuer ist gegenüber dem Finanzamt nicht absetzbar. Bei der Einkommensteuererklärung unterliegen Ihre gesamten privaten und betrieblichen Einnahmen, bis auf einen Steuerfreibetrag, der Steuerpflicht.

Gewerbe anmelden – nur mit Gewerbeschein arbeiten

Wenn Sie sich als Kleinunternehmer anmelden möchten, können Sie dies bei der Gewerbeanmeldung oder nach Ablauf von nachfolgenden fünf Jahren tun. Bei der Gewerbeanmeldung füllen Sie den Fragebogen bezüglich der Umsatzerwartung aus. Das Gewerbeamt reicht den Fragebogen an das zuständige Finanzamt weiter. Von dort erhalten Sie nach ein bis zwei Wochen Post, wo man den Erhalt und Ihre Erfassung bestätigt. Ihrem Unternehmen wird außerdem eine extra Steuernummer zugeteilt. Für die Anmeldung benötigen Sie im günstigsten Fall lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Bei einer Reihe von Tätigkeiten (Gastronomie, Personenbeförderung) wird eine besondere Erlaubnis oder Genehmigung notwendig. Eine Handwerkskarte benötigen Sie, falls Sie einen Handwerksbetrieb gründen. Eine Gewerbekarte beschaffen Sie bei Gründung eines handwerksähnlichen Betriebes. Den Anmeldebogen erhalten alle zuständigen Behörden (Finanzamt, Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Gewerbeaufsichtsamt). Sie erhalten bei erfolgreicher Anmeldung als Bestätigung einen Gewerbeschein.


 

Als Kleinunternehmer müssen Sie krankenversichert sein. Prüfen Sie die Möglichkeiten des gesetzlichen und des privaten Krankenversicherungsschutzes.

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Private Krankenversicherung – der Gesundheitsschutz für hohe Ansprüche

Kfz-Steuer Tabelle – Steuerermittlung mit Schadstoffklassen

By: JeHu68

Seit dem Inkrafttreten der neuen Kraftfahrzeugsteuerreform im Jahr 2009 gibt es für Pkw zwei unterschiedliche Besteuerungsgrundlagen. Entscheidend ist das Datum der erstmaligen Fahrzeugzulassung. Das Bundesfinanzministerium hält auf seiner Website entsprechende Übersichten zur Kraftfahrzeugsteuer (Erstzulassung vor und ab 01.07.2009) abrufbar. Einige Versicherungs- und Autoportale bieten relevante Informationen in Form einer Kfz-Steuer Tabelle an.

Kfz-Steuer – Stichtagsregelung

Zur Feststellung der Kfz-Steuer für Fahrzeuge mit Zulassungsdatum vor 01.07.2009 (Stichtag) ist die Schadstoffklasse eines Fahrzeuges neben dem Hubraum und der Verbrennungsart eine wichtige Komponente. Für Neufahrzeuge mit Zulassung nach dem 01.07.2009 sind nicht Schadstoffklassen die Bemessungsgrundlage, sondern der CO2-Wert. Daneben findet für Pkw (Erstzulassung Zeitraum 5.11. 2008 – 30. 06.2009) die Günstigerregelung Anwendung. Finanzamt prüft beide Besteuerungsvarianten. Für alle vor dem Stichtag erstmals zugelassenen Pkw errechnet sich die Kfz-Steuer unter Zugrundelegung von Schadstoffschlüsselnummer/Emissionsklasse, Motorentyp und dem Hubraum des Fahrzeugs.

Eine Kfz-Steuer Tabelle / Übersicht hält das Webportal Kfz-Steuer-Auskunft bereit. In dieser Tabelle sind neben der Schadstoffschlüsselnummer die zugehörige Schadstoffklasse sowie der Kfz-Steuerbetrag der jeweiligen Verbrennungsart (Otto- oder Dieselmotor) ersichtlich. Das Bundesfinanzministerium bietet auf seiner Website “Kfz-Steuer für Personenkraftwagen“ eine Übersicht zur Kfz-Steuer für Pkw (Erstzulassung vor 01.07.2009) mit lediglich der Angabe von Stufen für den Schadstoffausstoß (Benziner) und Partikelausstoß (Diesel) ohne Ausweis der Schlüsselnummern. Zusätzlich gibt es eine Übersicht zur Kraftfahrzeugsteuer für nach dem 01.07.2009 zugelassene Pkw.

Mithilfe der Tabelle Kfz-Steuer berechnen

Der Code befindet sich in neuen Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld 14.1, bei älteren Fahrzeugscheinen oben links unter “Schlüsselnummer“ zu 1. Die letzten 2 Ziffern der Schlüsselnummer (00 bis 88) stehen für eine jeweilige Schadstoffklasse, die neben dem Hubraum für die Ermittlung der Kfz-Steuer herangezogen wird. Jeder Schlüsselnummer ist in der Kfz-Steuer Tabelle ein konkreter Steuerbetrag für ein jeweiliges Fahrzeug (Benzin oder Diesel) zugeordnet. Die Beträge beziehen sich jeweils auf angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum. Die Schlüsselnummer 11 (Emissionsklasse Euro 1) weist 5,13 € (Benzin-Motor) und 27,35 € (Diesel-Motor) aus. Um die Gesamtsteuersumme zu erhalten, muss der Steuerbetrag aus der Kfz-Steuer Tabelle mit dem Hubraum, zum Beispiel 1.500 oder 2.000 Kubikzentimeter multipliziert werden.

Beispiel für einen Pkw mit Schlüsselnummer 62

Ein erstmalig vor Juli 2009 zugelassener Audi A4 1.6 Benzinmotor, Hubraum 1.595 Kubikzentimeter mit Euro3 kostet 108 Euro Steuer pro Jahr. Das sind pro angefangene 100 Kubikzentimeter

6,75 €. Ein Audi A4 1.9 TDI (Dieselmotor) besitzt die Schadstoffklasse Euro4. Die Steuer pro angefangene 100 Kubikzentimeter beträgt 15,44 €, macht bei 1.896 Kubikzentimeter Hubraum insgesamt 293 €.

Einfacher geht die Berechnung mithilfe sogenannter Online-Steuerrechner. In die Tools muss lediglich der Hubraum, die Schlüsselnummer aus den Fahrzeugpapieren, teilweise reicht die Emissionsgruppe, und der Motorentyp eingegeben werden. Das Bundesfinanzministerium stellt auf ihrer Webseite “In drei Schritten zur Kfz-Steuer für Pkw“ einen entsprechenden einfach zu bedienenden Rechner bereit.

Fazit:

Die Ermittlung der Kraftfahrzeugsteuer für Pkw (erstmalige Zulassung vor dem 01.07.2009) kann mithilfe der Kfz-Steuer Tabelle oder einem Kfz-Steuer-Rechner erledigt werden. Das Ergebnis dient der persönlichen Orientierung, besitzt keinen verbindlichen Charakter. Entscheidend ist die endgültige Steuerfestsetzung durch das zuständige Finanzamt.