Damit Ihr Traumhaus nicht zum Albtraum wird – So finden Sie seriöse Bauträger

Stellen Sie sich mal vor, Sie haben Ihre Wohnung gekündigt und leben jetzt in einem neuen Eigenheim. Sie fühlen sich pudelwohl, aber schon nach einem halben Jahr stellen sich Probleme ein, die Sie nicht voraussehen konnten. Ihr Bauträger, den Sie beauftragt hatten, ist mit einem Schlag aus dem Rennen, da dieser Pleite gegangen ist. Ihr Haus ist zwar fertig und Sie wohnen schon darinnen, aber das Umfeld der Baustelle sieht aus, als hätte hier ein Krieg gewütet. Ein reines Trümmerfeld, dort wo die Terrasse eigentlich hinkommen sollte, schaut die rohe Erde aus dem Boden. Selbst die Haustür, die Sie eigentlich haben wollten, ist noch nicht eingebaut und stattdessen haben Sie nur ein Provisorium. Die Hausverkleidung ist auch noch nicht an Ihrem Haus, stattdessen sehen Sie den blanken Putz. Und die Abstellplätze für die Fahrzeuge der Familie sind nicht mal mit Pflastersteinen gelegt, sodass Sie immer noch auf dem Mutterboden parken müssen.

Aber das Schönste kommt noch, Weihnacht steht vor der Tür und der Bauträger ist pleite. Also wird alles, was noch nicht fertig gebaut wurde, auch noch eine lange Zeit so bleiben. Das hatten Sie sich nicht so vorgestellt und die Kälte und der Frost zieht immer mehr ins Mauerwerk ein.

Solche Geschichten kommen leider immer öfter vor und Sie stehen nicht alleine mit solchen halb fertigen Wohnhäusern da. Allein in Deutschland finden Sie über 50.000 solcher Familien, die das gleiche Schicksal erleiden, wie Sie. So haben laut dem Statistischen Bundesamt in den letzten Jahren rund 500 Unternehmen im Bereich Hochbau Insolvenz anmelden müssen. Die Gründe dafür sind meist eine schlechte Wirtschaftsplanung. Die meisten der Unternehmen arbeiten am Rande der Kostenabdeckung, sodass diese konkurrenzfähig sind. Aber die fertigen Häuser müssen erst einmal verkauft werden, damit die Rechnung überhaupt aufgeht. Sollten von den gebauten Häusern noch welche nicht verkauft sein, ist dieses ein Todesstoß für das Unternehmen, da hier die Gelder aus dem Verkauf fehlen.

Eine schlechte Vorbereitung ist das Todesurteil   

Sie als angehender Hausbesitzer sollten sich auf keinen Fall auf solche Abenteuer einlassen. Hier ist das Hauptaugenmerk auf die mangelnde Prüfung und Vorbereitung zu richten, so sagen die Rechtsanwälte. Jeder, der sich eine Stereoanlage kauft, informiert sich besser, welches Gerät zu ihm passt und lässt sich alles genau erklären. Beim Kauf eines Hauses stehen diese Menschen aber lässig in der Gegend rum, da die meisten keine Ahnung haben, worauf es ankommt. Das größte Risiko, welches Sie beim Hausbau haben, ist das, dass der hier angeschlossene Bauträger in die Insolvenz rutscht.

Laut der Aussagen der Rechtsanwälte, wird ein Bauvorhaben um ein Vielfaches teurer, wenn der Bauträger während der Bauzeit in die Insolvenz abrutscht. Sie haben zwar schon einen Teil der Ausgaben beglichen, darunter auch die Kosten, die für den Notar gedacht waren, aber Sie bekommen im Endeffekt nicht das, was Sie haben wollten. Die Bauträger, die hier in eine Insolvenz gehen, nutzen die Situation vollkommen aus. Meist gehen solche Unternehmen mit einem Gewinn aus der ganzen Sache raus, den Sie und andere Bauherren tragen müssen.

Was können Sie aber tun, um einen guten Bauträger von einem dubiosen Unternehmen zu unterscheiden. Als Erstes sollten Sie sich die Arbeiten des Unternehmens anschauen, ob diese auch so gearbeitet haben, wie sich die anderen Bauherren das vorgestellt haben. Fragen Sie die älteren Bauherren, ob Sie das fertiggestellte Objekt besichtigen können. Wenn es sich um einen seriösen Bauträger handelt, wird dieser Ihnen die Adressen von seinen früher gebauten Häusern nenne, damit Sie sich dort umschauen können. Reden Sie mit den früheren Auftraggebern des Unternehmens.

Haben Sie immer noch keine feste Meinung zum Bauträger, holen Sie sich einfach eine Wirtschaftseinkunft über das Unternehmen. Hier müssen Sie allerdings einen Betrag von 20 bis 30 Euro zahlen, was aber angesichts der Lage nicht weiter ins Gewicht fallen sollte. Weiterhin können Sie die Historie des Unternehmens erfragen, wie lange diese schon im Baugeschäft tätig ist, und so weiter. Kommt der Bauträger aus einer nicht verwandten Branche, sollten Sie schnellstens die Finger von diesem Unternehmen lassen. Auch bei den sogenannten Projekt GmbHs die Finger weglassen. Diese wurden extra für den Hausbau gegründet und sind nur mit 25.000 Euro Eigenkapital haftbar.

Schwammige Bauverträge, die Formulierung bringt es 

Sie haben aber noch ein weiteres Problem zu knacken, wobei es hier gar nicht so einfach für Sie wird. Haben sie einen Bauträger gefunden, braucht es nicht mal um einen unseriösen Bauträger zu handeln. Selbst die guten und seriösen Geschäftsunternehmen werden versuchen, Sie hier irgendwie über den Tisch zu ziehen. Wenn Sie hier keine Forderungen stellen, wird Ihnen auch nichts geboten. Das, worauf Sie aber achten sollten, ist, der Bauvertrag. Haben Sie einen guten Bauträger an der Hand, wird sich dieser in Verhandlungsbereitschaft der Transparenz und der Sicherheit offenlegen. Bei den meisten der Bauträger ist Transparenz Mangelware. Lassen Sie sich hierbei nicht durch schöne Fotos oder sonstigen Schnickschnack blenden, dass was zählt, ist der Vertragstext, der richtig und ausführlich formuliert werden sollte.

Gerade in puncto Leistungsbeschreibung treiben die Bauträger hier gerne Schindluder mit den Kunden. Aber auch bei der Beschreibung der Baukonstruktion, der Baustoffe und Materialien, sowie der technischen Ausstattung, werden hier keine klaren Worte getroffen. Legen Sie Wert auf eine klare Formulierung im Vertragstext, sonst haben Sie zwar am Ende ein Haus dastehen, aber Sie werden dieses nicht wiedererkennen.

Holen Sie sich professionelle Hilfe, auch wenn dieses was kostet

Sie als Laie werden bestimmt nicht durch dieses Wirrwarr von Vertrag steigen. Wer kennt auch schon die Tricks und Fallstricke, die hier eingebaut und zu beachten sind. Holen Sie sich professionelle Hilfe, auch wenn diese Hilfe ein paar Euros kosten. Aber hier wird der Vertrag auf Herz und Nieren geprüft, was für Sie später keine hohen Nebenkosten bedeutet. Die Überprüfung kostet etwa 600 Euro, aber die Kosten und die Zeit, die Sie hiermit einsparen können, überschreiten die Kosten bei weiten.

Das, was absolut notwendig wäre, eine Überprüfung der Baubeschreibung. Hier haben fast alle Bauträger eine schale Formulierung auf Lager, die dem Bauträger die Freiheit gibt, was Material und Bauweise anbelangt. Achten Sie auf Klauseln wie „Material- und Konstruktionsänderungen“, diese können sich später nachhaltig für Ihr Haus rausstellen. Was das Hausrecht angeht, sollten Sie dieses nicht beim Bauträger lassen, Sie sollten das Hausrecht zugesprochen bekommen, damit Sie zur jeder Zeit auf der Baustelle nach dem Rechten sehen können. So haben Sie die Möglichkeit nachzuprüfen, ob die Arbeiten, die hier getätigt wurden, auch vertragsgemäß erledigt wurden.

Zusätzliche Kosten produzieren

Haben Sie ein Angebot von einem Bauträger, sollten Sie dieses genau prüfen, ob hier alle Kosten aufgelistet sind. Meist fehlen die Kosten für die Hausanschlüsse, den Erdaushub und die Deponierung der Erde. Diese werden meist erst nach Vertragsunterzeichnung hinzugefügt, was einen völlig anderen Kaufpreis ergibt.

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