Eigenheimfinanzierung durch Förderung – Lohnt sich die Bürokratie für Wohn-Riester?

Ein schönes Geschenk, das Ihnen der Staat macht, ist die Wohn-Riester, die zur Eigenheimfinanzierung dienen soll. Allerdings ist dieses Wohn-Riester mit einer Unmenge an Bürokratie verbunden, die sich nicht für jeden Hauskäufer eignet. Jeder hat einen Traum, der von eigenem Häuschen. So können Sie das Alter unbeschwert genießen, sozusagen als Altersvorsorge. Es spielt schon eine große Rolle bei dem Traum, im Alter mietfrei zu wohnen.

Doch der Staat hat hier die Eigenheimzulage gestrichen und in den letzten Jahren gab es so gut wie keine Förderung eines Eigenheimes mehr. Die Politiker kamen dann mit der Wohn-Riester-Rente daher, die 2008 ins Leben gerufen wurde. Solche Wohn-Riester-Verträge bekommen Sie bei den Bausparkassen und Banken. Diese unterscheiden sich von der normalen Riester-Rente enorm, hier werden nicht erst im Rentenalter die Auszahlungen vorgenommen, hier wird die staatliche Vorsorge zum Wohneigentumskauf herangezogen.

Es gibt Bedingungen, die Sie einhalten müssen

Der bürokratische Aufwand, der hier allerdings betreiben werden muss, ist erstaunlich hoch angelegt. Dieses hat sich aber seit 2013 gelegt, als das Altersvorsorgeverbesserungsgesetz in Kraft getreten ist. Somit können Sie Immobilien, die Sie vor dem Jahr 2008 gekauft oder gebaut haben, mittels dieser Wohn-Riester-Rente finanzieren. Besonders bei der Anschlussfinanzierung ist die Wohn-Riester-Rente sehr hilfreich. Haben Sie allerdings Umbauten zu tätigen, die behindertengerecht sind, oder stehen Modernisierungen an, können Sie mit der Wohn-Riester-Rente diese in Angriff nehmen.

Eigenheimfinanzierung durch Förderung

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Es kommt aber darauf an, wie lange die Anschaffung des Wohneigentums schon zurückliegt. So können Sie für die bevorstehenden Maßnahmen nur einen Betrag zwischen 6.000 und 20.000 Euro aus dem Vertrag ziehen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie die Immobilie selber bewohnen, das bedeutet also, Sie muss Ihr Hauptwohnsitz sein. Haben Sie allerdings die Immobile vermietet, dann bekommen Sie vom Staat keine Finanzierung zugesprochen.

Es gibt drei Produktvarianten der Wohn-Riester  

Die klassische Variante ist hier das Riester-Bausparen. Hier wird ein bestimmter Betrag angespart und dieser wird verzinst. Wenn der Vertrag zuteilungsreif ist, bekommen Sie von der Bausparkasse ein Darlehen, das Sie zum Kauf oder Bau eines Hauses verwenden können. Die staatlichen Zuschüsse bekommen Sie schon während der Ansparphase und gehen in die Tilgungsphase über. Haben Sie einen sogenannten Kombi-Vertrag abgeschlossen, können Sie ein Voraus-Darlehen fordern, dass durch einen Bausparkredit später abgelöst wird. Dieses ist dann hervorragend geeignet, wenn Sie sofort Geld für den Kauf einer Immobilie brauchen.

Eine weitere Form der Wohn-Riester können Sie zur Finanzierung von Wohneigentum heranziehen. Sie brauchen nur das Sparguthaben, das Sie in einen Riestervertrag eingezahlt haben, und zahlen damit Ihre Tilgungsraten. Die Besonderheit liegt hier allerdings darin, das Geld muss möglichst zeitnah für den Kauf oder Bau einer Immobilie herangezogen werden. Sie können aber auch das Kapital, dass Sie die Jahre über angespart haben dazu nutzen, einen Baukredit abzulösen. Es steht Ihnen völlig frei, wie Sie das Geld verwenden.

Sie haben die Möglichkeit, das gesamte Sparguthaben zu entnehmen, also hier sind das wirkliche 100 %, brauchen damit keine Sorge zu haben, wie Sie dieses Rückzahlen wollen. Das Ganze hat keine Rückzahlungsverpflichtung. Auch wenn Sie das Gesparte entnommen haben, können Sie weiterhin in diesen Vertrag einzahlen. So haben Sie später im Alter noch eine schöne Geldrente, die Sie sicher gebrauchen können.

Profitieren tun Familien und Besserverdienende  

Die Wohn-Riester-Rente ist genauso gestrickt, wie die anderen Riesterprodukte. Sie bekommen hier eine Grundzulage von 154 Euro, zu der noch je nach Kinderanzahl 185 bis 300 Euro dazukommen. Diese Förderung bekommen Sie aber nur, wenn Sie die geforderten 4 % Ihres Bruttoeinkommens einzahlen. Haben Sie weniger eingezahlt, dann bekommen Sie auch nur anteilig die Förderung zugesprochen. Selbst Berufseinsteiger bekommen hier einmalig 200 Euro zugesprochen, wenn diese unter 25 Jahre alt sind. Weiterhin bekommen Sie steuerliche Vorteile, die sich jährlich auf 2.100 Euro beziffern und als Sonderausgaben abgesetzt werden können. Sind Sie verheiratet, dann wäre es ratsam, dass beide Ehepartner einen Kreditvertrag abschließen, damit Sie beide die Grundzulage bekommen können.

Für Besserverdienende, wie auch für Familien mit großer Kinderzahl, lohnt sich eine Wohn-Riester-Rente. Gerade für Kinder, die noch Kindergeld bekommen, zahlt hier der Staat eine Riester-Zulage, die sich sehen lassen kann. Somit können Sie ein Darlehen schneller zurückzahlen, als es ohne Förderung möglich wäre. Immerhin wären Sie so zwei Jahre schneller schuldenfrei.

Wohn-Riester-Rente Steuer

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Nachteile des Wohn-Riesterns

Einer der größten Nachteile besteht darin, das Geld von der Wohn-Riester-Rente ist in die eigene Immobilie gebunden. Das gilt nicht nur für das von Ihnen angesparte Geld, sondern auch die Förderung des Staates vom Riester-Vertrags. Alles Geld, das Sie hier bekommen und Ihr eigenes Geld müssen Sie in einen Riester-Vertrag einzahlen. Sollten Sie Ihre Immobilie vermieten, dann können Sie zwar einen Wohn-Riester-Vertrag abschließen, müssen aber die Förderung und die damit entstandenen Steuervorteile zurückzahlen. Es gibt eine Ausnahme, wenn Sie das Objekt längerfristig vermieten, dann bleiben Ihnen die Förderungen erhalten. Aber auch nur dann, wenn Sie aus beruflichen Gründen nicht in Ihrem Eigenheim wohnen können. Sie müssen allerdings hier bis zum 67. Lebensjahr selber einziehen, sonst sieht es übel aus, weil Sie alles zurückzahlen müssen.    

Im Rentenalter müssen Sie alles versteuern

Wenn Sie in den Ruhestand gehen, dann kommt die große Keule vom Finanzamt. Da während der Ansparphase alles steuerfrei war, sind beim Rentenbeginn die Steuern nachzuzahlen. Das kann schon sehr ins Geld gehen, wenn Sie Kinder hatten.

Das Fazit des Berichtes

Sie sind mit einem Wohn-Riester-Vertrag schneller schuldenfrei, das steht schon mal fest. Allerdings sind hier die Schwierigkeiten mit der Bürokratie sehr hoch und das Geld wäre auch an die Immobilie gebunden. Nichts des dem so zu Trotz, sind solche Riester-Bausparverträge eine beliebte Form des Riester-Sparens. Wenn Sie sich ein Eigenheim zulegen wollen, dann sollten Sie schauen, dass dieses auch ohne die staatliche Förderung funktioniert. Mit einer Förderung geht es natürlich schneller, aber verlassen Sie sich nicht zu 100 % darauf. Betrachten Sie die Wohn-Riester als eine Art Vorsorge, die allerdings meist nur für Besserverdienende und Kinderreiche Familien geeignet wäre. Sind Sie Geringverdiener, sollten Sie hier die Finger von der Sache lassen, da dieses sich nicht für Sie rechnet. Bei Geringverdienern kommt noch hinzu, dass Sie mit dem Rentenalter alles versteuern müssen, was eine hübsche Summe zufolge haben kann.

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